Monat: Januar 2018

Install Linux on Lenovo Miix 310

@Vorab: Wenn ihr mir zum Testen ein Windows-Book zusendet, bitte vorher über “Kontakt” Abstimmungen mit mir treffen.

Ich habe mir ein Lenovo Miix 310 geholt. Da ich das Windows 10 Home nicht möchte, habe ich versucht, mir ein Linux aufzuspielen. Die Grunddaten meines Lenovo Miix 310:

Name: Miix 310-10ICR
BIOS Version: 1HCN40WW
MTM: 80SG0098GE
CPU: Intel(R) Atom(TM) x5-Z8350
RAM: 4096 MB
Storage: Samsung CGND3R CD17FA05 (64.0 GB)

Die Installation war leichter gesagt als getan. Anfangs habe ich im Netz gelesen, dass es recht einfach mit einem aktuellen Debian gehen sollte. Dies kann man hier nachlesen: Running Linux on Lenovo Miix 3-1030. Nachdem ich gefühlt alle für mich in Frage kommenden Debian getestet hatte, musste ich leider feststellen, dass keines booten konnte. Nur sehr wenige der Debian konnte ich im Bootmenü des BIOS finden. In das Bootmenü gelangt man übrigens mit folgender Tastenkombination:

Die Tasten “Power” und “Vol up” für 4-5 sec gedrückt halten, dann “Power” loslassen und “Vol up” weiterhin gedrückt halten, bis das BIOS erscheint. Bei mir kam es meist nach 8-9 sec.

Bootmenu
Boot Devices

Ist dies gelungen, sollte man mit den Pfeiltasten nach unten navigieren zum Punkt BootMenu. Dort sollte sich dann euer Stick wiederfinden.

Folgende Schritte waren bei mir notwendig, um doch ein Linux aufs Miix 310 zu bringen:

  1. Backup vom Windows 10 Home
  2. MMC des Miix 310 auf ext3/4 formatieren als eine Platte ohne Partitionen
  3. Installieren von Ubuntu.18.04 LTS.Bionic.Beaver.Daily.Build (bionic-desktop-amd64)
  4. weiteres Einrichten

Bei folgenden Isos (ausschließlich x64) ging das Booten. Mit der “Try-Distro-Option” gab es jedoch ständig grafische Fehler. Eine Installation war somit nicht möglich:

  • kali-linux-light-2018.1-amd64.iso
  • kali-linux-2018.1-amd64.iso
  • lmde-2-201701-cinnamon-64bit.iso
  • ubuntu-16.04.3-desktop-amd64.iso
  • debian-9.4.0-amd64-netinst.iso
  • debian-9.4.0-amd64-xfce-CD-1.iso
  • debian-testing-amd64-netinst.iso
  • ubuntu-17.10.1-desktop-amd64.iso

Gar nicht erkannt wurden im Bootmenu grundsätzlich alle i386 (64bit UEFI). Somit blieben nur noch x64-Versionen (amd64). Nachdem ich gefühlt “alle” x64 von Debian, LinuxMint, Kali und Ubuntu probiert hatte, lief die Installation nur bei Ubuntu.18.04 LTS.Bionic.Beaver.Daily.Build (bionic-desktop-amd64) fehlerfrei durch. Bei allen anderen Ubuntu (amd64) liefen die Installationen zwar an, jedoch hatten alle ein Problem, den GRUB-Bootloader zu schreiben. Somit brach die Installation danach ab und es entstand keine bootfähige MMC.

  1. Backup vom Windows System mittels Acronis True Image
    Da ich beim Kauf des Miix 310 nicht sicher war, ob es überhaupt gelingt ein Linux aufzuspielen, erstellte ich mir lieber eine 1:1 Kopie des Windows 10 Home Systems. Somit war für den worst-case immer noch die Rettung des “Originalzustands” vorhanden. Das Image des frischen Windows Systems ist bei mir knapp 13GB groß. Ein Recover habe ich bisher ein Mal probiert. Es lief fehlerfrei durch – das Windows ließ sich danach tadellos starten.
  2. Seltsamerweise wurde bei Bionic Beaver die MMC nicht erkannt, als diese mit NTSC/FAT in 3 Partitionen geteilt war. Es war also vorher der Schritt mit gparted aus einer der oben genannten “Try-Distros” notwendig. Ich habe dafür Kali genutzt. Dort in der Liveversion das Programm gparted gestartet, die MMC unmounted und dann alle Partitionen gelöscht. Danach eine einzige 64GB große ext3 Partition erstellt (ext4 geht auch). Anschließend Lenovo heruntergefahren, Bionic Beaver auf den Stick gespielt und wieder gebootet über den Stick. Und voila, Bionic Beaver erkennt die MMC endlich.
  3. Zum Erstellen des bootfähigen Sticks wird unetbootin genutzt. Beim Installieren gab es soweit nichts zu beachten. Es spielte keine Rolle, ob ich ein “minimales System” oder ein “Vollsystem” installiert habe. Beides lief fehlerfrei durch.
  4. Nachdem das System installiert war, folgte der Neustart. Doch der Bildschirm blieb anschließend schwarz.. Das Problem lässt sich bei mir lösen, indem kurz den Powerbutton gedrückt habe. Anschließend noch einmal den Powerbutton drücken. Die Oberfläche ist nun sichtbar. Man hat quasi mit dem ersten Drücken den Bildschirm in den Standby versetzt, mit dem zweiten Drücken weckt man diesen wieder auf. Achtung: Das funktioniert bei mir nur, solange man sich mit Username und Passwort anmelden muss. Sollte man während der Installation angegeben haben, dass das System sich nach dem Reboot automatisch anmeldet, funktioniert das zweimalige Drücken nicht.
    Was nun noch getan werden muss, ist die Orientierung zu ändern. Ich möchte mein Display mit der Tastatur nicht hochkant halten.

    Desktop

    Wenn man über die Konsole/Terminal (zu öffnen mit ALT+STRG+T) die Befehle export DISPLAY=:0 und anschließend xrandr -o right eingibt, dreht sich die Anzeige um 90° nach rechts. Wieder zurück in die ursprüngliche Ausrichtung bekommt man es mit dem Befehl xrandr -o normal.

    Desktop_xrandr

    Zum WLAN und SOUND gibt es nichts zu sagen. Die funktionierten von Anfang an. In der minimalen Installation natürlich nicht – da muss noch ein wenig nachinstalliert werden.